Es geht hinauf auf das Dach Islands – Wanderung auf den Snæfell

Nachdem wir zwei Tage an dem Strand im Norden verbracht haben und keine Aussicht auf Wind besteht, entscheiden wir uns weiterzufahren. Mittlerweile haben wir uns hier mit Marco und Josi, die mit ihrem Mercedes 9.17 4×4 unterwegs sind, wiedergetroffen und reisen zusammen weiter. Nachdem auch die beiden alles erkundet haben, machen wir uns auf den Rückweg. Für die etwa 30 Kilometer brauchen wir 1,5 Stunden, auch wenn uns immer mal wieder Schafe den Weg versperren.

Wir fahren durch Húsavík direkt weiter in ein Geothermalgebiet, das auch energiewirtschaftlich genutzt wird. Es gibt hier sogar ein Kraftwerk, das konstant 200 MW erzeugen kann. Wir machen Halt an einer kleinen Hütte mit Toilette und freuen uns, dass diese auch mit dem heißen Wasser erwärmt wird.

auf der F899
auf der F899

Weiter geht es für uns zum Mývatn, einen 37 km² großer See, landschaftlich eine sehr schöne Gegend. Wie man schon aufgrund des Namens vermuten könnte, heißt der See so weil es hier im Sommer enorme Mückenschwärme geben soll. Wir bekommen davon nichts mit, weil es die ganze Zeit regnet. Man kann sagen: Glück im Unglück. Wir schauen uns trotzdem einige Höhlen an und machen einen tollen Spaziergang in der Region. Uns wurde erzählt, dass hier auch einige Szenen von der Serie „Game of Thrones“ gedreht worden sein sollen. Dann müssen wir uns das wohl irgendwann man anschauen.

Am Abend fahren wir weiter in das Geothermalgebiet Hverarönd / Hverir am Námafjall, hier riecht es stark nach Schwefel und überall sind blubbernde Schlammtöpfe. In dem sehr weitläufigen Hverir-Geothermiegebiet kann man so einige Zeit verbringen. Die Farben, der Qualm … alles wirkt wie von einer anderen Welt. Der Námafjall gehört zum Vulkansystem der Krafla und ist auch von der Ringstraße gut erreichbar. Auf dem Parkplatz gibt es sogar eine Plattform, von der man das Gebiet gut überblicken kann. Ein paar Eindrücke haben wir versucht in unserem Video festzuhalten:

Wir schauen uns noch einige Wasserfälle an und gehen ein bisschen wandern, bevor wir uns auf den Weg zum Snæfell machen. Auf dem Weg müssen wir noch ein paar Furten durchqueren, die teilweise anspruchsvoller sind, als wir vorher dachten.

Unsere Herausforderung: der Snæfell am Gletschers Vatnajökull

Nun wartet aber die eigentliche Herausforderung auf uns. Der Snæfell (Eyjabakkajökull) ist der höchste Berg Islands, der außerhalb des Gletschers Vatnajökull liegt und ist ein Vulkan mit einer Höhe von 1833 m. Wir starten an der Snæfell Hütte, die an der Sackgasse F909 liegt und haben dadurch schon die ersten 900 Höhenmeter geschafft.

Vorher fahren wir die F909 aber noch weiter, um uns den Vatnajökull noch mal genauer anzuschauen. Hier entdecken wir Tafeln mit Jahreszahlen, die kennzeichnen, wie weit der Gletscher jedes Jahr geschmolzen ist.

Bevor wir uns auf den Weg auf den Gipfel des Snæfell machen, sprechen wir mit dem Ranger vor Ort. Wir fragen nach, ob es derzeit möglich ist oder ob Besonderheiten bei der Route zu beachten sind. Er erklärt uns, dass es weiter oben schwieriger werden könnte den Weg zu finden. Außerdem müssen wir über ein großes Eisfeld.

Die erste Hälfte des Weges wird durch Stöcker markiert und wir kommen gut voran. Es wird immer kälter und der Schnee wird mehr. Dann zieht auch noch schlechtes Wetter über den Berg und wir können kaum noch etwas erkennen. Wir haben ganz schön damit zu kämpfen und wollen kein zu großes Risiko eingehen, denn ein falscher Schritt auf dem Bergkamm, kann schlimme Folgen haben.

auf der Spitze vom Snæfell

Wir gehen erstmal ein Stück zurück. Dort treffen wir dann Marco und Josi, die ein bisschen später gestartet sind. Glücklicherweise ziehen dann auch die Wolken weg und wir gehen den restlichen Weg gemeinsam. Es ist noch ganz schön anstrengend, weil der Schnee immer tiefer wird, und hinter jeder Erhebung vermuten wir den Gipfel. Irgendwann ist es aber tatsächlich so weit und wir sind angekommen. Diese Tour lohnt sich sehr, aber beim nächsten Mal würden wir ein Gerät mit den GPS-Daten mitnehmen, damit sich der Weg leichter finden lässt. Angegeben ist die Tour mit 4 – 5 Stunden, wir haben insgesamt 6 Stunden gebraucht.

Unser Aufenthalt in Island neigt sich langsam dem Ende zu. Was wir in den letzten Tag unternommen haben, erzählen wir im nächsten Artikel: Die gesperrte Furt im Osten Islands


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