Passstraßen in der Schweiz und eine abenteuerliche Gletscherwanderung

Nachdem wir eine ruhige Nach in Giswil hatten, machen wir uns wieder auf den Weg. Wir wollen einige Pässe entlangfahren und die Eisgrotte im Rhonegletscher anschauen. Außerdem soll es endlich mal auf einen Gipfel gehen. Denn wenn wir schon mal in der Schweiz sind ….

Leider ist die Zeit sehr ungünstig für einen Aufstieg auf das Matterhorn, denn es ist mitten im Sommer und sehr warm. Wir haben gelesen, dass derzeit von Touren auf den Gipfel abgeraten wird und wenn dann nur mit einem erfahrenen Bergführer. Darüber haben wir uns dann auch informiert und für uns beschlossen, dass es zu teuer ist und wir dann doch lieber einen anderen Berg besteigen wollen.

Habt ihr den Aufstieg auf das Matterhorn schon mal gemacht? Wir freuen uns, wenn ihr von euren Erfahrungen berichtet. Schreibt es gerne in die Kommentare.

Ein Spaziergang durch die Aareschlucht

Wir fahren weiter nach Süden. Die Straße führt uns am Lungernersee vorbei. Das Wasser strahlt wahnsinnig blau und wir suchen nach einem Platz zum Parken. Leider werden wir nicht fündig, weil alle Plätze entweder privat oder bereits belegt sind. Also fahren wir weiter die Berge hinauf. Es ist ziemlich viel Verkehr und plötzlich ist an einem Parkplatz sehr viel los. Viele Menschen laufen aufgeregt über die Straße und haben Kameras in der Hand. Also was machen wir? Natürlich anhalten und schauen, was es dort zu sehen gibt. Und es hat sich gelohnt. Von hier aus haben wir einen tollen Blick auf den Lungernersee. Nachdem wir ein Bild gemacht haben, ist es uns dann aber doch zu hektisch und wir fahren lieber weiter.

Lungernersee

Lungernersee

Aufgrund einer Empfehlung fahren wir nach Meiringen. Hier ist ein Sherlock Holmes Museum mitten im Ort. Wir haben schon gelesen, dass es sehr liebevoll eingerichtet ist und einige interessante Nachbildungen ausstellt. Leider sind die Parkplätze kostenpflichtig und die Automaten nehmen nur Münzen an. Wir wollen erst noch in einem Hotel fragen, ob sie uns Geld wechseln können, aber dann fahren wir doch weiter. Denn nicht weit weg ist schon die Aareschlucht.

Aareschlucht

Aareschlucht

Der Eintritt für die Aareschlucht liegt derzeit bei 10 CHF pro Person. Wir lassen uns das Wechselgeld auch gleich in Münzen geben, damit wir für die nächsten Parkautomaten gewappnet sind. Der Parkplatz hier ist im Eintrittspreis enthalten. Man kommt in ein kleines Besucherzentrum mit Souvenirshop und Bistro, vor dem Gebäude ist auch ein großer Spielplatz mit Picknickplätzen.

Direkt am Anfang gehen wir durch einen kleinen Durchgang und es sieht aus, als wenn wir in eine Höhle gehen. Dahinter liegt aber die Schlucht. Die Aareschlucht hat eine Länge von 1.400 Metern und ist an der engsten Stelle nur einen Meter breit. Das fließende Wasser benötigt 11 Minuten, um durch die gesamte Schlucht zu fließen. Es ist ein gut ausgebauter Gehweg an dem viel kleine Tafeln mit Informationen stehen.

In den Eiszeiten bis vor 15.000 Jahren war dieses Gebiet vom Aaregletscher bedeckt. Das Schmelzwasser fraß sieben Schluchten in das Gestein. Einige dieser Schluchten wurden vollständig mit Schutt aufgefüllt, andere sind als Nebenschluchten erhalten geblieben. Die Aareschlucht ist die am besten erhaltene Schlucht und bereits seit 1888 begehbar und für jedermann zugänglich. Die Unterhaltungsarbeiten werden noch heute nach uralten Prinzipien ausgeführt, nach einer Arbeitsweise, die bereits vor 800 Jahren angewendet wurde. Neben den aufwändigen Felsreinigung fallen hier jährlich Schmiede-, Maler- und Zimmerarbeiten an.

Eingang Aareschlucht

Eingang Aareschlucht

Fluss Aareschlucht

Fluss Aareschlucht

Andrea in der Aareschlucht

Andrea in der Aareschlucht

Nach etwa zwei Stunden sind wir den Weg hin und zurück gelaufen. Von den kleinen Aussichtspunkten hat man immer wieder einen grandiosen Blick in die Schlucht und ist erstaunt, was Wasser alles schaffen kann.

Da auch hier leider das Parken über Nacht nicht erlaubt ist, müssen wir uns wieder auf die Suche nach einem neuen Stellplatz machen.

Dauerregen am Stausee – Ausblick auf die Räterichsbodenstaumauer

Es ist gar nicht so einfach einen Platz zu finden, denn überall hängen kleine Zettel der Gemeinden, dass das Parken über Nacht hier nicht gestattet ist. Schließlich kommen wir am Räterichsbodensee an und weil es schon dunkel ist und immer nebliger wird, entscheiden wir uns hier stehen zu bleiben.

Die Nacht ist sehr ruhig. Leider bleibt der Nebel oder wahrscheinlicher ist, dass es tiefhängende Wolken sind, denn wir befinden uns auf 2.300 Meter Höhe. Wir können nur ein paar Meter weit sehen, aber wollen trotzdem die Gegend erkunden. Hier gibt es viele Kletter- und auch Wanderrouten. Wir machen uns auf die Suche nach dem Einstieg zu einer Mehrsseillänge, aber leider fängt es auch immer wieder an zu regnen.

Pass in Wolken am Räterichsbodensee

Pass in Wolken am Räterichsbodensee

Berg in Wolken

Berg in Wolken

Wir machen uns einen gemütlichen Tag zu Hause und kochen uns das erste Mal seit langer Zeit etwas in unserem Omnia – Backofen. Dieser funktioniert leider nicht auf dem Induktionskochfeld und wir müssen unseren Dieselkocher mal wieder benutzen. Das ist jetzt aber ganz praktisch, weil er den Raum gleichzeitig etwas wärmer macht. Hier in den Bergen ist es doch ganz schön kühl.

Als das Wetter dann endlich ein bisschen besser ist, wollen wir die Gegend etwas erkunden. Leider sind die Wände noch immer sehr nass vom Regen, weshalb wir uns gegen eine Klettertour entscheiden und den Wanderweg am See entlanggehen wollen. Als wir dann aber einige Leute mit Kletter-Equipment sehen, folgen wir diesen unauffällig. Sie starten eine der Mehrseillängen, die wir eventuell klettern wollten. Dann sehen wir aber, dass sie lediglich die erste Seillänge klettern. An ein paar Stellen steht auch noch das Wasser und unsere favorisierte Route ist leider noch ein kleiner Wasserfall. Also gehen wir doch ein bisschen spazieren.

Der Wanderweg am See führt an vielen interessanten Felsen vorbei, an denen man wohl auch klettern kann. Denn überall sind Bohrhaken zu finden und auch einige Routennamen. Am Ende des Sees stehen wir dann vor der Staumauer Spitallamm am Grimselsee. Hier ist gerade eine riesige Baustelle und heute wohl Tag der offenen Tür, denn alle 5 Minuten kommen hier Doppeldeckerbusse an, laden Menschen aus und an einer anderen Stelle wieder ein. Später erfahren wir, dass hier eine Ersatzstaumauer gebaut wird. Die alte Mauer ist sanierungsbedürftig, bleibt aber trotzdem erhalten und wird später geflutet. Mit dem Ersatzneubau der Spitallamm Mauer will die KWO (Kraftwerke Oberhasli AG) sicherstellen, dass das Wasser aus dem Grimselsee langfristig ohne Einschränkung für die Stromproduktion genutzt werden kann. Bis 2025 soll die neue Mauer fertiggestellt sein, ein riesiges Projekt. Das Fluten wird dann bestimmt ebenfalls ein großes Event.

Am Morgen scheint endlich wieder die Sonne. Das ist auch auf dem Parkplatz zu merken, denn dieser ist schnell gefüllt. Einige Leute wollen nur ein Bild von der Mauer machen und fahren dann wieder, aber andere packen Equipment zum Klettern und Wandern zusammen. So machen wir es auch. Wir packen unsere Rucksäcke und machen uns auf zu einer Wanderung zur Bächlithalhütte. Eine Strecke soll in etwa 2,5 Stunden zu schaffen sein. Von dort aus kann man wohl gut Wanderungen auf den Bächliglestscher machen, aber die gesamte Strecke scheint für eine Tageswanderung mit der kompletten Ausrüstung etwas weit. Wir haben auch vorab überlegt, ob wir nicht zur Hütte wandern und dort übernachten. Leider haben uns die Kosten hier etwas erschreckt. Für eine Person kostet die Übernachtung mit Halbpension (Übernachtung, Frühstück, Abendessen, 1 Liter Marschtee) 82 CHF und dann kommen 3 CHF Kurtaxe dazu. Für die Dusche bezahlt man dann nochmals 5 CHF. Für uns ist so etwas leider zu teuer, denn es wären umgerechnet 190 Euro pro Nacht.

Wanderung zur Bächlitalhütte

Wanderung zur Bächlitalhütte

Bächlisee mit Aussicht auf Bächlitalhütte

Bächlisee mit Aussicht auf Bächlitalhütte

Bächlitalhütte

Bächlitalhütte

Die Wanderung startet direkt am See und es führen erst einmal Stufen den Berg hinauf. Die Aussicht ist sehr beeindruckend und wir freuen uns, dass wir endlich die Berge sehen können. Nach einer Weile kommen wir aber auf eine Ebene und dann auch zum Bächlisee. Hier läuft uns dann auch endlich ein Murmeltier über den Weg. Die kleinen Tierchen scheinen hier etwas dunkler und kleiner zu sein als in Österreich. Von der Ebene aus können wir die Hütte schon sehen. Ein kleiner Anstieg liegt noch vor uns.

Das letzte Stück hat es dann aber noch mal in sich. Anfangs führt der Wanderweg noch am Seeufer entlang, aber denn geht es steiler hinauf. Wir klettern über einige Steine und gehen über einen kleinen Flusslauf. Endlich an der Hütte angekommen genießen wir das tolle Panorama. Wir bekommen einige Gespräche von Leuten mit, die eine Tour auf den Gletscher gemacht haben. Sie bleiben wohl alle mindestens 2 Nächte in der Hütte. Wir bleiben nicht lange und treten nach einer halben Stunde den Rückweg an. Dieser geht wie immer viel schneller. Deshalb entscheiden wir uns dazu, ein Stückchen weiter in Richtung Rhonegletscher zu fahren.

Allerdings halten wir auch auf dem Grimselpass. Die Aussicht auf die Berge, das Tal und den See ist wirklich schön. Allerdings ist es hier sehr voll. Der Parkplatz ist recht eng, aber wir finden noch einen passenden Platz. Für die Nacht müsste man hier 10 CHF bezahlen. Wir schauen uns ein wenig um und finden auch den Murmeltier-„Park“. Dieser ist nicht schön- Die Tiere sind eingesperrt in einem kleinen Gehege und für jeden sichtbar. Wahrscheinlich sind diese Tiere daran gewöhnt, aber wir finden es trotzdem nicht schön. Der Zaun um das Gehege steht auch unter Strom und das Knacken macht die Situation nicht schöner. Es ist gerade in dieser Region sehr leicht Murmeltiere in freier Wildbahn zu sehen, deshalb ist dieser „Park“ auf keinen Fall empfehlenswert.

Die Passstraßen entlang und eine Eisgrotte im Rhonegletscher

Wir sind also wieder auf der Suche nach einem Stellplatz für die Nacht. Wir fahren den Grimselpass runter und fahren zum Furkapass. Kurz davor befindet sich der Rhonegletscher. Dort gibt es die Möglichkeit in den Gletscher hineinzugehen. Das wollen wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Im Tal finden wir in einer Seitenstraße dann auch einen gemütlichen Platz für die Nacht.

Mittags fahren wir weiter zum Parkplatz der Eis-Grotte. Hier befindet sich auch ein sehr schönes Hotel. Das Hotel Belvédère am Rhonegletscher ist zwar geschlossen, aber trotzdem ist es aufgrund der Lage eins sehr beliebtes Fotomotiv. Dementsprechend ist auf dem Parkplatz immer viel los. Wir haben Glück, dass gerade ein Fahrzeug weg fährt und wir in die Parklücke können. Wir kommen schon auf dem Parkplatz mit einigen Leuten ins Gespräch und erzählen über die Berge und die tolle Landschaft der Schweiz.

Grimselpassstraße

Grimselpassstraße

Dieses Mal haben wir im Vorfeld schon etwas mehr über die Grotte gelesen und wissen deshalb, dass es besser ist, hier in bar zu zahlen. Der Eintritt kostet 9 CHF pro Person. Bei einem Betrag unter 30 CHF wird hier nämlich ein Aufschlag für die Kartenzahlung berechnet (steht auch so auf der Internetseite). An der Kasse werden wohl auch Euro akzeptiert, aber der Kurs ist hier nicht gerade gut. Aber wir sind ja vorbereitet.

Der Gletscherlehrpfand mit den vielen Informationen ist sehr weitläufig und man hat viel Zeit sich alles durchzulesen. Heute ist wahrscheinlich eher wenig los, aber wir können uns gut vorstellen, wie es in der Hauptsaison ist. Der Gletscher liegt in den Zentralalpen im Nordosten des Kantons Wallis. Er ist acht Kilometer lang und durchschnittlich ungefähr zwei Kilometer breit. Früher war der Gletscher wegen seiner weit ins Tal hinunterreichenden Zunge eine große Touristenattraktion. Allerdings schmilzt er seit der Mitte des 19. Jahrhunderts kontinuierlich und möglicherweise wird er um das Jahr 2100 fast vollständig verschwunden sein.

Rhonegletscher und Hotel Belvédère

Rhonegletscher und Hotel Belvédère

Rhonegletscher Eisgrotte

Rhonegletscher Eisgrotte

Als wir dann in die Eisgrotte gehen, müssen sich unsere Augen erstmal an die Dunkelheit gewöhnen. Der Tunnel ist etwa 100 Meter lang und das Eis leuchtet in tollen Blautönen. Von oben ist das Eis mit Tüchern abgehangen und innen wurden Lampen installiert, um das Erlebnis noch zu verstärken. Wir sind ja nun schon am Ende des Sommers dort und es ist so, dass der Tunnel dann meistens schon etwas kürzer ist. Überall tropft es und wir fühlen uns ganz klein.

Draußen genießen wie dann die Aussicht von der Gletscherpanorama-Plattform. Auf dem neu gebildeten Gletschersee soll ebenfalls eine Plattform installiert werden.

Direkt am Furkapass gibt es einige Parkplätze, auf denen man auch über Nacht stehen bleiben kann. Denn hier, oberhalb der Baumgrenze, ist das Campen erlaubt. Natürlich auch nur, wenn keine expliziten Kennzeichnungen vorhanden sind. Auf dem Hauptparkplatz ist recht viel los. Hier halten Reisebusse und ein Stückchen weiter gibt es die Möglichkeit eine Etappe mit der Seilbahn hinaufzufahren. Wir bleiben deshalb an einer kleineren Parknische stehen. Von hier oben haben wir eine tolle Aussicht und können unseren Aufstieg auf das Kleine Furkahorn mit einer Höhe von 3.026 Metern planen. Die Tour rauf soll etwa 3 Stunden dauern.

Wanderung auf das Muttenhorn – Wir haben einfach nur Glück gehabt

Während unserer Planung bekommen wir einen Tipp für eine Gletscherwanderung und den Aufstieg auf das Muttenhorn. Die Entfernung ist nicht viel weiter und die Wettervorhersage sieht ganz gut aus. Deshalb entscheiden wir uns dann doch für die Tour auf das Muttenhorn. Die Folgen können wir in diesem Moment noch nicht abschätzen.

Wir haben einige GPS-Tracks gefunden und uns Bilder von der Route angeschaut. Die Abzweigung vom normalen Wanderweg soll nicht ganz so gut zu finden sein, aber danach gibt es dann auch Markierungen. Für den Weg über den Gletscher gibt es auch mehrere Möglichkeiten. Die Bedingungen wollen wir uns dann aber vor Ort anschauen. Zur Vorbereitung schauen wir dann noch einige Videos zu Wanderungen in einer Seilschaft und das Wandern auf dem Gletscher allgemein. Es ist ja für uns schon eine ganze Weile her, dass wir im Schnee waren.

Am Vormittag starten wir dann und gehen die erste Strecke auf einem Militärweg entlang, bis wir dann Abbiegung tatsächlich finden. Durch die genauen GPS-Tracks ist es aber auch nicht mehr all zu schwer. Jetzt folgen wir den kleinen Steintürmchen in Richtung Gletscher. Es sieht alles gar nicht so weit aus. Als wir an dem Übergang zum Gletscher stehen, müssen wir uns für eine Route entscheiden. Es gibt die Möglichkeit komplett gerade drüber zu gehen. Dort soll man dann direkt am Grad zum Aufstieg auf den Gipfel des Muttenhorns gelangen. Der andere Weg führt anfangs gerade über den Gletscher und schließlich nach rechts. Von dort aus folgt man dann wieder dem Wanderweg. Wir ziehen uns unsere Steigeisen an und binden uns in die Seilschaft und machen uns auf den Weg. Wir wollen das erste Stück gerade gehen und dann je nach Situation auf dem Gletscher weitersehen.

Es geht sich richtig gut auf dem Gletscher. Die Steigeisen sorgen für einen guten Halt und weil es nicht windig ist, können wir gut kommunizieren. Es macht richtig Spaß. Dann kommen wir an die Stelle, an der wir uns nun wirklich entscheiden müssen. Wir sind der Meinung, dass wir die Strecke gerade rüber und hoch auf den Grad schon sehen können, denn am Übergang vom Gletscher runter und wieder an den Berg sehen wir schon das Hilfsseil. Der andere Weg wäre um einiges Länger und diesen gehen wir ja auf jeden Fall wieder zurück. Also gehen wir weiter geradeaus. Wirklich eine gute Entscheidung?

Christopher auf dem Muttgletscher

Christopher auf dem Muttgletscher

Wir kommen dann zur ersten Gletscherspalte, die noch nicht sehr groß ist, aber wir beeilen uns, damit wir schnell aus dieser Gefahrensituation raus sind. Alles klappt gut und auch der weitere Weg über den Gletscher meistern wir ohne Probleme. Dann kommen wir aber zu einem Geröllfeld. Auf den großen Steinen kommen wir zwar gut voran, aber wir sehen, dass diese nur auf dem Gletscher liegen und wir noch gar nicht runter sind. Das Bauchgefühl wird langsam etwas mulmiger.

Als wir am Hilfsseil ankommen sind wir schon ziemlich kaputt, aber nun haben wir eine sehr steile Wand vor uns. Das Seil hilft nicht wirklich, weil alles loses Gestein ist und wir alles direkt lostreten. Wir versuchen es etwas links vom Seil. Christopher geht vor und findet nur schlecht Halt mit den Steigeisen. Als er an einem festeren und größeren Stein ankommt, findet er aber keine Möglichkeit zum Sichern. Während seines Aufstieges zu diesem Punkt hat er bereits Handballgroße Steine losgetreten. Wir finden beide, dass es zu gefährlich ist. Also klettert Christopher langsam wieder zurück. Die Sicherung ist an dieser Stelle sehr schwierig. Wenn einer von uns fällt, dann fallen beide.

Nach über eine Stunde an dieser Stelle, sind wir froh wieder zusammen auf dem Gletscher zu stehen. Wir machen uns auf den Weg zum anderen Weg vom Gletscher. Hoffentlich ist es dort besser. Nun stehen wir aber wieder vor der Gletscherspalte und müssen diese erneut überqueren. Auch hier klappt es wieder gut. Als wir dann den Übergang vom Gletscher an den Berg geschafft haben und auch wieder auf dem richtigen Wanderweg sind, müssen wir eine Pause einlegen. Erst in diesem Moment wird uns bewusst, wie schlimm die Situation eigentlich war. Hätte sich einer von uns verletzt oder noch schlimmer beide, dann wären wir dort nicht mehr alleine rausgekommen. Nun fällt alles von uns ab.

Tour Muttenhorn

Tour Muttenhorn

Pause auf der Muttenhorn Tour

Pause auf der Muttenhorn Tour

Insgesamt haben wir fast 2 Stunden nur für diesen Umweg gebraucht. Und natürlich hat es auch an unseren Kräften gezehrt. Wir wollen jetzt aber noch weiter und gehen den Wanderweg in Richtung Gipfel. Als wir auf dem Grad wieder eine Pause machen müssen und den Aufstieg auf den Gipfel sehen, überlegen wir es uns doch anders. Wie wir im Nachhinein erfahren haben, wohl auch gar nicht so verkehrt. Das letzte Stück soll wohl auch das steilste und anstrengendste Stück der Wanderung sein. Wir sind mit unseren Kräften schon am Ende und müssen noch den 8 bis 9 km langen Rückweg schaffen. Deshalb brechen wir an dieser Stelle ab und drehen um. Der Wanderweg ist aber auch nicht einfach nur geradeaus. Wir müssen auf dem Grad wandern und kleinere Kletterpassagen überwinden. Weil die Konzentration bereits nachlässt, ist es teilweise recht schwierig. Als wir dann endlich auf dem „einfachen“ Wanderweg ankommen, der nur ein bisschen auf und ab geht, sind wir erleichtert. Den restlichen Weg legen wir wie in Trance zurück.

Zurück am Bus, sind wir dann so kaputt, dass wir nur noch schlafen gehen. Viele Bilder haben wir auf der Tour auch nicht gemacht, aber vergessen werden wir sie wahrscheinlich nicht.

Habt ihr beim Wandern oder Bergsteigen auch schon solche Erfahrungen gemacht? Berichtet uns gerne davon.

Zum Einkaufen nach Andermatt und über den Gotthardpass

Nachdem wir uns etwas erholt haben, wollen wir aber auch weiterfahren. In Andermatt wollen wir mal wieder ein bisschen einkaufen und fahren dazu mitten in den Ort. Dass wir hier nicht über Nacht bleiben, ist uns schon klar, als wir am Orteingang von einer Leuchtreklame begrüßt werden: „Das Campen und Übernachten im Fahrzeug ist auf dem gesamten Gebiet der Gemeinde verboten!“ Die normalen Schilder kannten wir ja, aber hier gibt es tatsächlich eine sehr große Leuchtreklame. Es ist auch eher ein Touristengebiet für Winterurlauber. Überall werden neue Hotels gebaut. Die Campingplätze direkt neben der Hauptstraße sehen nicht sehr einladend aus. Wir kaufen also nur schnell ein und fahren dann weiter.

Wir schlagen unseren Weg in Richtung Gotthardpass ein und haben vorab auf der Karte gesehen, dass es an der alten Gotthardstraße die Möglichkeit gibt zu stehen. Als wir dort ankommen, stehen zwar schon einige Camper dort, aber es ist ausreichend Platz und wir haben so einen gemütlichen Platz am Flusslauf. Viele der Camper sind wohl zum Bouldern hier, denn ganz in der Nähe ist ein sehr bekanntes Gebiet. Wir sind allerdings noh etwas kaputt und außerdem beginnt es wieder zu regnen.

Gotthardpass

Gotthardpass

Schöne Stellplätze und interessante Begegnungen

Der Platz an der alten Gotthardstraße war perfekt, um nach der ganzen Aufregung etwas zu entspannen. Trotz dessen, dass wir direkt neben der Straße standen, war es erstaunlich ruhig. Schließlich machen wir uns aber weiter auf den Weg in Richtung Süden. Wir fahren auf der Autobahn nach Bellinzona, um unsere Vorräte etwas aufzufüllen. Hier sprechen schon alles Italienisch. Außerdem ist es hier gefühlt 15 Grad wärmer als in den Bergen und wir kommen in unseren langen Sachen schnell ins Schwitzen. Bevor wir uns aber kurze Sachen anziehen, fahren wir dann doch lieber wieder etwas in die Höhe.

Wir fahren also wieder etwas nach Norden und kommen schließlich zu einem Wandererparkplatz. Es ist ein wenig schwierig sich gerade zu positionieren, aber mit ein bisschen Rangieren bekommen wir es trotzdem hin. Der Platz ist sehr schön. Hier gibt es einen Grillplatz und Sitzbänke (Feuer machen ist derzeit wegen Waldbrandgefahr verboten) und es wurde sogar eine Kompost-Toilette aufgestellt. Am Flusslauf sind viele Plätze zum Picknicken und das klare Wasser lädt zum Reinspringen ein.

Christopher am Flusslauf

Christopher am Flusslauf

Wandererparkplatz mit Kompost-Toilette

Wandererparkplatz mit Kompost-Toilette

Am Abend kommen noch ein Wohnmobil und ein kleinerer PKW dazu. Weil es aber anfängt zu regnen, kommen wir erst am nächsten Tag ins Gespräch. Tanja und Stefan sind mit ihren beiden Kindern im Wohnmobil unterwegs und genießen die gemeinsame Elternzeit auf Reisen. Wir tauschen einige Erfahrungen und Reiseberichte aus und setzen uns mit einem kühlen Getränk zusammen in den Unterstand.

Das Fahrzeug der anderen Camper steht nur einen Meter neben der Sitzbank, weil hier wohl der Untergrund gerade ist. Die beiden aus dem PKW kommen später zurück und setzen sich zu uns, sagen aber erst gar nichts. Die Frau beginnt dann irgendwann mit dem größeren Sohn von Tanja und Stefan zu reden. Als sie ihn dann aber ohne seine Erlaubnis hochhebt, kippt die Stimmung.

Der Junge möchte das nicht und seine Eltern finden es auch nicht sonderlich gut und bitten sie aufzuhören. Dann beginnt es ganz komisch zu werden, denn sie sagen uns, dass wir sie daran hindern ihre Sachen aus dem Auto zu räumen. Sie holt dann ihre Box aus dem Auto und macht laut Musik an. Wir bitten sie, diese leiser zu machen, weil hier die Kinder sind, eins sogar erst 5 Monate alt. Sie spricht dann in einer anderen Sprache mit uns (können wir leider nicht ganz genau zuordnen) und macht die Musik noch lauter und knallt mit den Autotüren. Wir alle finden die Situation etwas zu aufgeladen und gehen schließlich an den Fluss. Irgendwie eine komische Begegnung.

Am Morgen verabschieden wir uns von Tanja und Stefan und fahren weiter zum Albulapass. Hier stehen häufig Schilder bzgl. der Höhenbegrenzung bis 3,30 Meter und einer maximalen Breite bis 2,30 Meter. Als der Weg immer schmaler wird, werden wir doch etwas nervös und messen unsere Höhe. Wir sind 3,25 Meter hoch. Eigentlich sind auch meistens ein paar Zentimeter Reserve, wenn solche Schilder vorhanden sind. Wir fahren also weiter und kommen dann zu der ersten Brücke, die tatsächlich sehr niedrig ist. Wir müssen mittig durchfahren, aber es passt ohne Probleme. Auch eine zweite Brücke können wir leicht passieren. Auf dem Pass angekommen, fahren wir von der Hauptstraße ab und hinter ein paar größere Felsen. In der Nacht ist hier kaum Verkehr, man hört nur ab und zu ein paar Steine rollen. Bevor wir uns am nächsten Tag auf den Weg in Richtung Italien machen, treffen wir noch den kleinen Bruder von Peppi und machen gleich ein Familienbild.

Albulapass von oben

Albulapass von oben

Stellplatz Albulapass

Stellplatz Albulapass

Bulli T3 auf dem Albulapass

Bulli T3 auf dem Albulapass

Wie es in Italien weitergeht, erfahrt ihr im nächsten Artikel: „Wir sind auf dem Weg nach Osten – Durch Italien nach Slowenien“

Ihr habt Fragen zu unseren Reisen oder Wanderungen? Schreibt uns gerne in die Kommentare oder auch per Mail.

3 Comments

  1. Elke 13. November 2022 at 15:18 - Reply

    Murmeltierpark😡. Sind ganz schnell dran vorbeigelaufen. Warum muss man die Tiere einsperren? Sie hätten ihr freies Leben und ihr natürliches Zuhause vor der Nase. Wieder mal eine sinnlose Touristenattraktion😔

    • Andrea 13. November 2022 at 15:19 - Reply

      Wir fanden es auch ganz schlimm dort. Für uns unverständlich. Das auch noch einen „Park“ zu nennen. Beim Wandern kann man dort so viele Tiere sehen.

      • Elke 13. November 2022 at 15:19

        Ist wohl für die Lauffaulen🤔

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