Zurück auf Rømø

Es wird wieder mal Zeit eine Pause vom Um- und Ausbauen einzulegen. Deshalb entscheiden wir uns für unsere Lieblings-Insel Rømø. Das sind etwa 400 km Fahrweg. Diese Tour ist auch gleichzeitig der erste Test, ob alle verbauten Systeme funktionieren und ihren Zweck erfüllen.

Bevor die Reise startet, wollen wir noch die Zulassung als Sonder-Kfz Wohnmobil bekommen. Aktuell ist der Kleine noch immer als LKW zugelassen. Hintergrund ist, dass die LKW-Versicherung wesentlich teurer ist und der ADAC Schutzbrief LKW > 3,5 t nicht berücksichtigt. Allerdings als Wohnmobil < 7,5 t und einer Höhe unter 3,2 Meter würden wir den vollen Schutz genießen.

Glücklicherweise funktioniert die Begutachtung bei der DEKRA dieses Mal problemlos. Der Prüfer ist begeistert vom Fahrzeug und von seinem Zustand. Nachdem wir den notwendigen Papierkram bei der DEKRA erledigt haben, fehlt eigentlich noch die Änderung bei der Zulassungsstelle. Leider hat diese bei uns mittwochs geschlossen. Also geht es ohne Anpassung der Fahrzeugpapiere los nach Dänemark.

Auf dem Weg ist es zu einem erhöhten Verbrauch durch ein Dieselleck gekommen. Die Entlüftungsschraube am Dieselfilter war undicht. Der Grund dafür ist, dass die Schraube übergedreht und mit Dichtungsmasse eingeklebt war. Glücklicherweise gehen die Gewindegänge so weit rein, dass wir die Schraube durch eine längere ersetzen können.

Am Abend erreichen wir unseren ersten Übernachtungsplatz ca. 20 km vor Rømø in Lügumkloster. Jetzt soll unser Dieselkocher (Webasto X100 WA90000B) zu seinem ersten realen Einsatz kommen und Gnocchi anbraten, nur leider geht er immer wieder aus. Nach etlichen versuchen stellen wir fest, dass Luft in der Leitung ist und auch die Standheizung nicht funktioniert. Hungrig und genervt suchen wir unseren Spirituskocher (Origo 3000) raus, dieser verrichtet seinen Dienst dann aber zuverlässig.

Das heißt für uns, dass diese Nacht ohne Heizung geschlafen werden muss. Für uns ist das nicht weiter schlimm, weil wir sie nachts meistens ausmachen, aber am Morgen vermissen wir die Heizung dann doch etwas.

Wir schauen uns das Problem erstmal genauer an. Also tauschen wir einen porösen Dieselschlauch, weil wir vermuten, dass er dort Luft zieht. Leider war das nicht der Grund. Glücklicherweise stellen wir beim Öffnen des Tanks fest, dass dort ein Unterdruck herrscht. Das Problem ist gefunden: die Tankentlüftung funktioniert nicht richtig oder erst ab einem gewissen Unterdruck, welcher für Kocher und Heizung zu gering ist. Deshalb öffnen wir den Tankdeckel etwas damit Luft in den Tank kommt und decken die Öffnung mit einem Handtuch ab. Jetzt funktionieren Kocher und Heizung problemlos und es kann warme Brötchen zum Frühstück geben.

provisorische Tankdeckel Abdeckung

Gegen Mittag sind wir auf Rømø. Wir fahren direkt auf den Strand in Lakølk, ganz in den Norden. Dort kam es vor einem Jahr zu einem bösen Kite-Unfall (Die letzte Tour nach Rømø). Diesmal ist aber alles gutgegangen und wir können sogar noch tolle Bilder machen.

Der nächste Tag beginnt auch wieder mit Sonnenschein. Wir haben uns ein Platz ganz versteckt zwischen den Dünen gesucht und warten auf Freunde, mit denen wir uns heute treffen wollen. Sie haben uns dank ihrer Drohne schnell gefunden. Wir sind anscheinend doch nicht so gut getarnt wie gedacht ;). Die nächsten Tage verbringen wir gemeinsam am Strand mit kiten, wandern und an den Autos basteln.

Strand auf Rømø
mit Freunden am Strand

Provisorisch installieren wir ein CB-Funkgerät und testen es. Das ist schon mal als Vorbereitung für unsere Island-Tour gedacht. Auch die Route wird grob besprochen, welche Plätze wir anfahren wollen und wo potenzielle Kite-spots liegen könnten analysieren wir bei Google Maps.

Gelegentlich dürfen wir dann im Sand steckengebliebene Fahrzeuge rausziehen. Das klappt auch größtenteils ohne Probleme, vorausgesetzt man denkt daran die Feststellbremse zu lösen. Beim ersten Befreiungsvorgang im dänischen Sand vergessen wir, vor lauter Aufregung, doch glatt die Feststellbremse zu lösen. Festgestellt haben wir die erst nach der Befreiungsaktion, d.h. wir haben ein Fahrzeug mit angezogener Bremse aus dem Sand gezogen. Dies erklärt auch warum sich der Kleine so gequält hat und wir gezwungen waren alle Sperren einzulegen. Glücklicherweise ist an Peppi alles heil geblieben und er hat diese Aktion gut überstanden. Das hätte auch anders ausgehen können.

Wir bekommen weiteren Besuch von einem Magirus 110 D7 in einem Museumsreifen Zustand. Gemeinsam testen wir die Offroadfähigkeit unserer Fahrzeuge und prüfen die Bergeausrüstung, die wir aber natürlich nicht benötigen.

Weil sich die Wetter- und Windlage stark verschlechtert hat, entscheiden wir uns Rømø zu verlassen und nach Sankt Peter-Ording zu fahren. Dort soll die Windsituation wesentlich besser sein. Hat sich auch bestätigt. Trotz dessen, dass wir Sankt Peter-Ording nicht besonders mögen (zu voll, zu teuer, zu eingebildet, zu unfreundlich und zu viele Verbotsschilder) hatten wir unseren Spaß. Leider ist damit der Kurztrip beendet und wir können mit aufgeladenen Akkus den Ausbau fortsetzen.